Registrierkassenpflicht und Belegerteilungspflicht ab 1.1.2016


Sehr geehrte Damen und Herren,

für Unternehmer

•    mit einem Jahresumsatz ab EURO 15.000,- UND
•    Barumsätzen über 7.500,-

besteht ab dem 1.1.2016 eine Verpflichtung zur Verwendung einer Registrierkasse.

Außerdem haben Unternehmer ab dem 1.1.2016 einen Beleg über erhaltende Barzahlungen zu erstellen und dem Kunden mitzugeben.

Was sind Barumsätze?

Zu den Bargeschäften zählen Umsätze

•    mit Bargeld
•    mit Bankomat- oder Kreditkarte (!!)
•    Bons und Gutscheinen

Verwendung eines Manipulationsschutzes ab dem 1.1.2017

Diese zusätzliche Verpflichtung tritt erst mit dem 1.1.2017 in Kraft!!

Dabei wird das elektronische Journal digital signiert und gespeichert und ist nachträglich nicht mehr manipulierbar. Die Daten, die auf der Smartcard gespeichert sind, werden nicht automatisch ans Finanzamt weitergeleitet. Nur im Falle einer Betriebsprüfung werden die Daten abgerufen.

Gibt es Ausnahmen?

Es gibt Ausnahmen für mobile Dienstleister (Friseure und Masseure), für Geschäfte auf öffentlichen Plätzen und Straßen oder Geschäfte von Haus zu Haus, für Automatengeschäfte und für Online-Shops.  Ansonsten sind keine Ausnahmen vorgesehen!

Was ist zu tun?

Im Falle einer kompletten Neuanschaffung ist die Einholung eines Kostenvoranschlages sinnvoll. Die Installation der neuen Kasse vor dem Ende des Jahres wäre sinnvoll, damit man ab dem 1.1.2016 mit den Funktionen der neuen Kasse bereits vertraut ist.

Bei bestehenden Systemen muss mit dem Hersteller geklärt werden, ob eine Aufrüstung notwendig und möglich ist. Um über eine gesetzeskonforme Registrierkasse zu verfügen, sind ein Softwareupdate und ein Kartenlesegerät notwendig. Bei Systemen, die nicht älter als fünf Jahre alt sind, ist eine Aufrüstung vermutlich möglich.

Gibt es Investitionsförderungen?

Bei Anschaffung einer Registrierkasse oder Kassensystems oder Umrüstung dazu zwischen dem 1.3.2015 und dem 31.12.2016, gibt es folgende Vorteile:
a)    Ausgaben sind sofort als Betriebsausgabe abzugsfähig (also nicht zu aktivieren);
b)    Je Erfassungseinheit gibt es eine Prämie von EUR 200 (egal ab Anschaffung oder Umrüstung). Bei einem elektronischen Kassensystem beträgt die Prämie zumindest EUR 200 pro Kassensystem, maximal aber EUR 30 pro Erfassungseinheit.
c)    Die steuerfreie Prämie wird im Rahmen der Einkommen- oder Körperschaftssteuerveranlagung gut geschrieben.

Vorteile/Nachteile

Abgesehen von den beträchtlichen Investitionen und den Mühen dazu, ist für den Unternehmer vorteilhaft, dass der Kassenabschluss schneller geht und Fehlerquellen weitgehend ausgeschlossen werden. Es können rasch die täglichen und monatlichen Losungen ermittelt werden. Im Falle einer Betriebsprüfung können die Umsätze lückenlos nachgewiesen werden und die Finanzverwaltung kann die Höhe der Umsätze nicht mehr ohne weiteres anzweifeln. Vorteilhaft sind auch die Erweiterungsmöglichkeiten auf Kundenverwaltung und Warenwirtschaft. Problematisch wird es, wenn in den letzten Jahren nicht alle Umsätze steuerlich angegeben wurden. Kommt es nämlich im Jahr 2016 und danach zu einem sprunghaften Anstieg der Umsätze, so ist mit einer Überprüfung der letzten Jahre durch die Finanzverwaltung zu rechnen. In diesem Fall könnte eine Selbstanzeige empfehlenswert sein, die Sie aber nur mit uns gemeinsam einbringen sollten.

Für Rückfragen und detaillierte Erläuterungen stehen wir jederzeit zur Verfügung!


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